Sparen und Wohlfühlen

Energiekosten senken durch Gebäudemodernisierung

Wenn, dann richtig! Etwa drei Viertel aller Wohnungen in NRW sind vor 1984 erbaut worden. Damals hat man sich über den Energieverbrauch der Gebäude noch nicht allzu viel Gedanken gemacht. Die Folge sind sehr hohe und weiter steigende Energiekosten. Der Energieverbrauch dieser Gebäude lässt sich um 50 bis 70 Prozent reduzieren! Ein fachlich solide sanierter Altbau kann in Komfort und Energiewerten durchaus einem Neubau angeglichen werden.

Wer jetzt investiert, hat viele Vorteile:

  • Die laufenden Heizkosten sinken erheblich (bis zu 50 % und mehr).
  • Der Wohnkomfort steigt mit einem guten Raumklima: Es wird gleichmäßig warm, im Haus zieht es nicht mehr, die Wände werden spürbar wärmer und im Sommer bleibt es auch im Dachgeschoss angenehm kühl.
  • Der Wert und die Vermietbarkeit einer Immobilie steigen - wichtig für den ab 2006 erforderlichen Energiepass bei Neuvermietungen und Verkäufen von Wohngebäuden.
  • Die Umwelt wird geschont, weil viel weniger klimaschädliches CO2 entsteht.
  • Ein Steuerbonus, Zuschüsse und besondere Programme von Banken und Sparkassen senken die Kosten.

Zu oft werden ältere Häuser noch ohne wirksamen Wärmeschutz modernisiert. Die Chance zum dauerhaften Energiesparen bleibt dann ungenutzt.
Doch schöne Häuser sind nicht automatisch sparsame Häuser! Achten Sie deshalb auf die inneren Werte ihres Hauses! Nutzen Sie Rat und Anregungen von versierten Fachleuten aus dem Handwerk. Diese kennen auch für Ihr Haus die optimale Lösung.

Was verbraucht Ihr Haus pro Jahr?

Die Energiekosten steigen. Anfang 2002 kosteten 3000 Liter (33540 kWh) Heizöl noch rund 1080 EUR; im September 2005 bis zu 2250 EUR (33540 kWh Erdgas bis zu 2146 EUR). Das entspricht einer Preissteigerung von 108% in drei Jahren - Tendenz steigend!

Stellen Sie sich vor, wie hoch Ihre Heizkostenrechnung in zehn Jahren sein wird!

Der Verbrauch beim Auto wird in Liter/100 km angegeben; bei Gebäuden gibt man den Energieverbrauch in kWh pro m² Wohnfläche und Jahr an. Ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Erdgas entsprechen etwa 10 kWh. Beispiel: Ein vor 1980 gebautes
Einfamilienhaus verbraucht 300 kWh/m²a; ein marktüblich gedämmtes Einfamilienhaus mit moderner Heiztechnik 100 kWh/m²a. Dieser Wert ist bei allen Gebäudetypen und Baujahren erreichbar und mit besonderen Maßnahmen auch noch deutlich zu unterschreiten.

Rechnen Sie selbst! Liegt Ihr Energiekennwert über 150, dürfte sich eine Sanierung lohnen.

Schritt 1: Öl/Gas-Verbrauch berechnen

Heizöl: L = kWh/Jahr
oder Gas: cbm = kWh/Jahr

Schritt 2: Abzug des Brauchwassers / Anzahl der Personen im Haushalt
(nur bei Erhitzung des Brauchwassers über die Heizung)

Personen: = kWh/Jahr

Schritt 3: Verbrauch bezogen auf die Fläche / Energiekennwert Ihres Hauses berechnen

kWh/Jahr

E-Kennwert:

Wohnfläche (m²)
   

Sanieren: Nutzen und Kosten

Modernisieren kostet Geld! Doch wer sorgfältig plant und sein Haus insgesamt betrachtet, kann den Kosten erhebliche Einsparungen gegenüberstellen. Der Austausch des alten Heizkessels steht meist an erster Stelle.
Moderne Niedertemperatur- und Brennwertkessel nutzen die eingesetzte Energie bis zu 15% besser aus. Wird der Kesseltausch mit einer verbesserten Wärmedämmung der Außenhaut (z.B. Fassade, Dachgeschoss) kombiniert, kann der neue Kessel um bis zu 75 % kleiner ausfallen als der alte. Somit amortisieren sich Investitionen zum Energiesparen oft schneller als vermutet!

Amortisationszeit der Investition

Grobe Anhaltspunkte gibt die nachfolgende Übersicht:

 Maßnahme    Amortisationszeit*)  
 Dämmung der Heizungsrohre    3 - 5 Jahre  
 Erneuerung Heizkessel (mit Warmwasserbereitung)    8 - 10 Jahre  
 Thermostatventile    3 - 5 Jahre  
 Dämmung der obersten Geschossdecke (120 mm)    5 - 10 Jahre  
 Wärmedämm-Verbundsystem (ab 100 mm, luftdicht, winddicht)    8 - 25 Jahre  
 Dämmung der Kellerdecke    5 - 10 Jahre  
 Erneuern der Fenster (mittelgroß)    15 - 35 Jahre  
 Fensterabdichtung    1 - 3 Jahre  
 Dämmung Heizkörpernischen (10 – 30 mm)    3 - 5 Jahre  
 Vorgehängte Fassade (60 mm Dämmung)    20 - 35 Jahre  
 *) Auf welchen Zeitraum lohnt sich die Maßnahme?     

Jedes Haus ist anders. Welche Investitionen in Ihrem Fall sinnvoll und wirtschaftlich oder welche Einschränkungen zu beachten sind, klärt eine Einzelfallberatung z. B. durch einen fachkundigen Handwerker.
Bitte denken Sie daran: Jede Bau- und Modernisierungsentscheidung wirkt lange nach und Verbesserungen werden später oft unverhältnismäßig teuer. Wenn Sie ohnehin modernisieren wollen und z.B. das Baugerüst einmal steht, sollten Sie ein großzügiges und in sich stimmiges Modernisierungskonzept umsetzen. Betrachten Sie eventuelle Mehrkosten der energetischen Sanierung als „Versicherung“ gegen Energiepreissteigerungen.
Umgekehrt können Sie bei der Verbesserung der Energieeffizienz Ihres Hauses auch Verschönerungen vornehmen. Was immer auch für Sie im Vordergrund steht - bei jeder Modernisierung sollten sowohl die Ästhetik als auch die Energieeinsparung angestrebt werden.

Wirtschaftlich und umweltfreundlich Heizen

Niedertemperatur- und Brennwertheizungen haben sich als Standard durchgesetzt. Beim Sparen helfen gut isolierte Rohrleitungen, Thermostatventile, Außentemperatursteuerung und moderne Steuerungs- und Regelungstechnik. Außerdem bietet der Markt für Heizungsanlagen zahlreiche Alternativen, die auch untereinander kombiniert werden können.

Pelletheizungen werden mit Holzpellets befeuert - kleinen Presslingen aus Holz. Das ist CO2-neutral und damit besonders umweltfreundlich.

Solarthermische Anlagen können zur Heizungsunterstützung oder zur Warmwassererwärmung eingesetzt werden. Sie sollten auf Dächern oder Fassaden mit südlicher Orientierung montiert werden. Sie können bis zu 65% des Energiebedarfs zur Brauchwassererwärmung einsparen und verringern die Schadstoffbelastung der Umwelt.

Wärmepumpen werden in der Heizungs- und Lüftungstechnik eingesetzt und nutzen die gespeicherte Sonnenwärme in Erde (Geothermie), Wasser (Grundwasser) und Luft (Umgebungsluft oder aufgeheizte Abluft in Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung). Dabei nutzt man die technischen Prinzipien der Kältetechnik, nur mit umgekehrten Vorzeichen!

Doch auch modernste Heiztechnik erreicht ihren höchsten Wirkungs-grad erst in Verbindung mit einer effektiven Dämmung der Fassaden-und Dachflächen. Fenster und Türanschlüsse sind dann wind- und luftdicht auszuführen. Warme Raumluft geht so nicht mehr durch undichte Anschlüsse ins Freie.

Auch der Gesetzgeber drängt zum Sparen: Seit November 2004 müssen ausnahmslos alle Heizungen die nochmals gesenkten Grenzwerte einhalten. Gegebenenfalls müssen alte Heizungen ausgetauscht werden, obwohl sie noch „funktionieren“.

Fragen Sie Ihren Schornsteinfeger oder Heizungsbauer!

Günstig finanzieren – Steuerbonus nutzen

Beispiel einer Investitionsrechnung für ein Einfamilienhaus mit 140qm, bis 1983 gebaut:

 Investitionsvolumen    60,000 EUR  
 KfW-Anteil CO2-Gebäudesanierung, Zins 1,51% eff. *)    50,000 EUR  
 KfW-Anteil Wohnraummodernisierung (Öko-Plus Maßnahme), Zins 2,22% eff.    10,000 EUR 
 Eigenanteil    - EUR  
 jährliche Gesamtbelastung bei 5% Tilgung    3,977 EUR  
 Minderung der Heizkosten:     
 aktuelle Heizkosten bei 300 kWh/m² **)    2,583 EUR  
 Energiekostenersparnis (2/3) durch Modernisierung    1,705 EUR  
 jährliche Nettobelastung    2,272 EUR  
 monatliche zusätzliche Belastung    189 EUR  
 *)Erreicht der Energiebedarf des Gebäudes nach der Sanierung Neubauniveau, ist ein 15%iger Tilgungszuschuss möglich.   
**) bei 5,8 ct/kWh
10 Jahre Zinsbindung, 3 Jahre tilgungsfrei, je nach aktuellem Zinssatz, Investitionskosten und Tilgung ergeben sich abweichende Werte.  

Nutzen Sie die neuen Fördermöglichkeiten des Bundes:

  • Steuerbonus für Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten: Sie können 20% der Kosten für den Arbeitsaufwand, maximal 600 Euro jährlich, zusätzlich zum Bonus für Reinigungs- oder Anstreicharbeiten von der Einkommensteuer abziehen.
  • CO2 -Gebäudemodernisierungsprogramm mit verbesserten Zinskonditionen und Zuschüssen für die energetische Sanierung von älteren Gebäuden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (siehe: www.kfw.de)

Weitere Informationen über Sonderprogramme örtlicher Banken und Sparkassen und der KfW sowie Finanzierungshilfen des Landes oder der Gemeinden, z.B. für Solartechnik erhalten Sie unter:

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Telefon: 01801/335577; Internet: www.kfw.de
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Telefon: 06196/908-0; Internet: www.bafa.de (z.B. für Solartechnik)
  • BINE Informationsdienst des Fachinformationszentrums Karlsruhe GmbH; Internet: www.energiefoerderung.info

Wie geht es weiter?

Eine gute und kostengünstige Orientierung erhalten Sie mit dem „Gebäude-Check Energie“. Diese Beratung wird von uns durchgeführt und vom Land NRW gefördert.

Von der BAFA staatlich anerkannte Weiterbildungsmaßnahmen wie der „Energieberater im SHK-Handwerk“ oder der „Gebäude-energieberater im Handwerk“ garantieren hochwertige Energie-analysen und Sanierungsplanungen durch den so geschulten Handwerker, der gleichzeitig auch Ihr Ansprechpartner für den Gebäudeenergiepass ist. Die passenden Handwerker finden Sie im Internet: